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Mit heißem Wasser gegen aggressive Pollen

MIT WASSER, das beinahe kochend heiß ist, rückt Martin Dold Ambrosiapflanzen zu Leibe. Klaus Stapf (Mitte) und Jürgen Stober beobachten die Arbeiten an der Linkenheimer Landstraße.

Von unserer Mitarbeiterin Martina Erhard. Sie sieht alles andere als gefährlich aus, manch einer würde die Pflanze mit den gelblichen Blütenständen vielleicht sogar als recht ansehnlich bezeichnen. Doch die Ambrosia-Pflanze hat es in sich: Ihre Pollen können heftige Allergien auslösen (siehe auch Stichwortkasten). Entsprechend wichtig ist es, die Verbreitung dieser Pflanze einzudämmen. In Karlsruhe werden seit diesem Jahr verschiedene Bekämpfungsmethoden getestet. Versuche laufen an der Linkenheimer Landstraße in Neureut und in Daxlanden. Dort kommt unter anderem das sogenannte Wafe-Verfahren zum Einsatz, wobei man der Pflanze mit heißem Wasser zu Leibe rückt. Bürgermeister Klaus Stapf stellte gestern in Neureut die Methoden vor.

Entlang der Linkenheimer Landstraße sind drei verschiedene Versuchsflächen gekennzeichnet. „Die Nullvariante wird im normalen Rhythmus gemäht“, berichtet Stapf. „Auf einer weiteren Versuchsfläche werden die Pflanzen regelmäßig mit der Wurzel entfernt“, so der Bürgermeister. Diese Vorgehensweise hatten Aktive des Amtes für Umwelt und Arbeitsschutz im Vorjahr bereits gepflegt. (Die BNN berichteten.) Auf der dritten Fläche wende man nun die Wafe-Methode an, erklärt Stapf. Diese Methode wird von der Spezialfirma Dold Sportflächen aus dem Raum Villingen-Schwenningen ausgeführt.
„Wir sind in der Lage, die Pflanzen ohne den Einsatz von Chemie abzutöten“, sagt Martin Dold, der mit seinem Spezialfahrzeug vor Ort ist. „Mit einem Druck von 2,5 bar wird 98 Grad heißes Wasser auf die Pflanzen gesprüht“, erklärt er. So töte man nicht nur das Blattgrün und den Samen, sondern auch einen großen Teil der Wurzel, versichert Dold. Ideal sei es, den Vorgang viermal pro Jahr zu wiederholen.

„Einen solchen Durchgang gab es bereits im August“, erläutert Ulrike Rohde, Mitarbeiterin im städtischen Umwelt- und Arbeitsschutz, der Einrichtung, die für die Bekämpfung der Ambrosia-Vorkommen in Karlsruhe zuständig ist. „Damals waren die Bedingungen ideal, denn es war heiß und trocken“, erklärt Rohde. Die Versuchsanordnung zur Bekämpfung der Ambrosia-Pflanze wird von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) finanziell unterstützt. „Auch im nächsten Jahr werden wir noch testen, welche Methode die effektivste ist“, kündigt Rohde an.
Stephanie Hugenschmidt, die Fraktionsvorsitzende von B 90/Die Grünen im Ortschaftsrat Neureut, hat bereits im September Ambrosia-Pflanzen entfernt. „Wenn man sie mit der Hand ausreißt, muss man darauf achten, Handschuhe und Mundschutz zu tragen“, erklärt sie. Das seien Vorsichtsmaßnahmen, die bei der Wafe-Methode nicht nötig seien. Und noch zwei Vorteile habe der Einsatz des heißen Wassers, ergänzt Dold: „Beim Rausreißen der Pflanze muss die komplette Wurzel erwischt werden, außerdem können sich Samen verteilen.“

Neureuts Ortsvorsteher Jürgen Stober sieht die Versuchsanordnung generell positiv: „Auf diese Weise wird die Bevölkerung sensibilisiert und auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die von der Pflanze ausgehen können“, erklärt Stober.

Dass die Ambrosia-Pflanze zu einem so großen Problem in Deutschland geworden sei, liege zum Teil an recht außergewöhnlichen Verbreitungswegen, erläutert Stapf. „Verbreitet werden die Pflanzensamen vor allem über den Transport von Vogel- und Tierfutter“, erklärt er. Auch in Fahrzeugreifen könne der Samen weite Wege zurücklegen. Die Samen kämen hierher hauptsächlich aus Südeuropa und Südosteuropa. „In Ungarn ist die Pflanze bereits so stark verbreitet, dass eine Bekämpfung kaum noch Chancen auf Erfolg hat“, so der Umweltdezernent. „So weit wollen wir es bei uns nicht kommen lassen.“

AMBROSIAPFLANZEN sind stark allergen. Immer milderes Klima bringt sie auch in Karlsruhe auf den Vormarsch.

Link zur Sendung:
http://www.baden-tv.com/mediathek/video/baden-tv-aktuell-am-abend-vom-5-oktober-2015-teil-2/”>http://www.baden-tv.com/mediathek/video/baden-tv-aktuell-am-abend-vom-5-oktober-2015-teil-2/

Quellenangabe: http://www.baden-tv.com/