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Mit heißem Wasser gegen Wildkraut

OER-ERKENSCHWICK
Pflanzenschutzmittel sind für die Bekämpfung von Wildkraut auf befestigten Wegen verboten. Mit Drahtbesen allein lässt sich gegen Löwenzahn & Co. aber nicht viel ausrichten. Der städtische Bauhof will das „Unkraut“ jetzt mit heißem Wasser abkochen. „Umweltschonend mit 100 Prozent Wasser ohne chemische Zusätze“, meint Leiter Gerold Schmelter.

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Der neue »Unkrautvernichter« sieht dem Mini-Streuwagen des Bauhofs zum Verwechseln ähnlich. Er streut aber kein Salz, sondern macht mächtig Dampf. Peter Nawrotzki hat hier den Handsprüher im Einsatz.

Der wendige Knicklenker mit einem 800-Liter-Wassertank auf dem Buckel „dampft“ schon seit einigen Tagen durch die Stadt. Die sogenannte Wave-Technik kommt aus den Niederlanden. Das Wildkraut wird dabei mit heißem Wasserdampf besprüht. „Das schädigt die Zellstruktur. Nach drei Tagen wird das Wildkraut braun“, sagt Schmelter.

An die tiefer sitzenden Wurzeln kommt der „Unkraut-Sprüher“ zwar nicht heran. Breitwegerich, Disteln oder Brennnessel grünen nach einiger Zeit wieder nach. Doch nach dreimaliger Behandlung mit heißem Wasser ist die Widerstandskraft gebrochen. „Die Pflanzen wachsen sich quasi tot“, erklärt Gärtnermeister Thomas Wozniak. Um den Wildwuchs auf Geh- und Radwegen sowie an Straßenrändern einzudämmen, gibt es auch noch andere Möglichkeiten. „Abflämmen kommt bei uns wegen der Brandgefahr nicht infrage. Bei der Methode mit heißer Luft verpufft zu viel Energie ins Leere“, meint der Bauhof-Leiter.

Vier Wasserdüsen-Einheiten sitzen auf einer einen Meter breiten Dosierleiste und lassen sich getrennt steuern. Die „Thermoskanne“, wie manche Bauhof-Mitarbeiter den Wagen nennen, arbeitet sich je nach Bewuchs mit 0,8 bis 3,5 Stundenkilometern durchs Wildkraut. Mit einer zusätzlichen Handsprüh-Lanze und zwei Bar Druck kommt man in jede Ecke.

Artgerechte Behandlung von Kriechendem Hahnenfuß und Verwandten ist aber nicht ganz billig. 150 000 Euro hat das High-Tech-Gerät gekostet. „Ein zusätzlicher Schneidwerk-Aufsatz für Hecken und Sträucher ist dabei schon mit drin“, sagt Schmelter. Zudem lässt sich der universale Knicklenker mit einem „Salzstreuer“ für den Winterdienst ausrüsten.
Schmelter: „Trotz der Neuanschaffung bleiben aber immer noch die Hauseigentümer für die Reinigung ihrer Gehwege zuständig.“